Ursachen von Lagerungsschwindel

Die Ursachen eines Lagerungsschwindels scheinen ebenfalls nahezu aufgeklärt zu sein. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass Otolithen sehr leicht durch lineare oder Zentrifugalbeschleunigungen herausgelöst werden können. Aufgrund der anatomischen Nähe werden sie fast immer im hinteren Bogengang angetroffen. Das Vorkommen eines gutartigen Lagerungsschwindels des hinteren Bogenganges bei Patienten mit Schädeltrauma bestätigt diese Untersuchung. Ein Trauma (Schlag oder Schädeltrauma) kann folglich Ursache eines Lagerungsschwindels sein – auch wenn es bereits länger zurückliegt.

Aber auch ohne äußere Einwirkung können sich die Otolthen lösen und Beschwerden machen. Das Alter scheint hierbei eine wichtige Rolle zu spielen Die Degeneration von Otolithen erklärt vor allem das Auftreten eines gutartigen Lagerungsschwindels im mittleren und höheren Lebensalter.

Die Anzahl der Otolithen soll sich mit zunehmenden Alter verringern (Ross et al. , 1976). Dengenerierte Otolithen könnten so spontan in die Bogengänge gelangen. Vor allem wegen der Anatomie ist der hintere Bogengang prädestiniert.

Eine interessante Beobachtung machten Lindsay und Hemenway 1956. Sie entdeckten in ihrer Arbeit mehrere Fälle, bei denen die Symptomatik eines gutartigen Lagerungsschwindels in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang von mehreren Tagen bis mehreren Monaten nach einem akuten, isolierten Vestibularisausfall aufgetreten ist, meistens auf der gleichen Seite wie der Ausfall des Vestibularorgans. Die Erkrankung wird nach deren Entdecker als Lindsay-Hemenway-Syndrom bezeichnet.

Die beiden Hauptursachen für das Auftreten eines Lagerungsschwindels sind demnach: Trauma und Degeneration!